Home › Alternativen › Airtable-Alternative mit DSGVO: 4 Tools im Vergleich für Selbstständige (2026)

Airtable-Alternative mit DSGVO: 4 Tools im Vergleich für Selbstständige (2026)

Transparenz: Manche Links können Affiliate-Links sein (Affiliate). Wir empfehlen nach Eignung, nicht nach Provision.

TL;DR — das Verdikt in 60 Sekunden

Wenn du als Selbstständige:r in Deutschland, Österreich oder der Schweiz eine Airtable-Alternative suchst, weil dich der US-Serverstandort stört, gibt es genau drei ehrliche Wege:

  1. SeaTable Cloud — der kürzeste Weg. Deutsches Unternehmen, Oberfläche und Support auf Deutsch, Free-Tarif bis 10.000 Zeilen, Plus 7 €/Nutzer/Monat (Stand September 2026). Für Einzelkämpfer:innen und kleine Teams die pragmatischste Wahl.
  2. Baserow oder NocoDB selbst hosten — der sauberste Weg. Beide sind Open Source und self-hosted kostenlos. Du bestimmst den Serverstandort selbst, weil der Server dir gehört. Preis: kein Abo, dafür dein Wartungsaufwand.
  3. Baserow Cloud — der Kompromiss. Europäisches Unternehmen (Niederlande), gehostete Version mit 10 $/Nutzer/Monat im Jahresabo (Stand September 2026).

Nicht empfohlen als „DSGVO-Lösung": irgendein Tool zu wechseln und den Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nicht zu lesen. Der Wechsel allein macht dich nicht konform — dazu unten mehr.

Und die unbequeme Wahrheit vorweg: Airtable selbst ist nicht „verboten". Mit abgeschlossenem AVV und den EU-Standardvertragsklauseln ist der Einsatz möglich. Der Wechsel lohnt sich, wenn du Kundendaten verarbeitest, in einer regulierten Branche arbeitest oder schlicht keine Lust auf die Diskussion hast — nicht, weil ein Blog „DSGVO-Verstoß" schreit.


Warum überhaupt weg von Airtable?

Airtable ist ein sehr gutes Produkt. Die drei Gründe, aus denen Selbstständige aus dem DACH-Raum trotzdem wechseln, sind meist diese:

1. Serverstandort und Drittlandtransfer. Airtable ist ein US-Anbieter. Datenverarbeitung außerhalb der EU ist rechtlich möglich, verlangt aber eine dokumentierte Grundlage (AVV plus Standardvertragsklauseln beziehungsweise Zertifizierung des Anbieters) und eine Transfer-Folgenabschätzung. Das ist Arbeit, die du dir mit einem EU-Anbieter sparst.

2. Der Preis pro Sitz. Airtable kostet im Team-Tarif 20 $/Nutzer/Monat und im Business-Tarif 45 $/Nutzer/Monat (jeweils bei Jahresabrechnung, Stand September 2026). Für eine Einzelperson mit zwei Freelancern im Boot sind das schnell 60 $ im Monat für eine Datenbank.

3. Kunden fragen danach. Wer für Agenturen, Kliniken, Kanzleien oder öffentliche Auftraggeber arbeitet, bekommt die Frage nach dem Serverstandort irgendwann schriftlich gestellt. Eine EU-Antwort ist dann einfach schneller.


Die Preise im Vergleich (Stand September 2026)

Tool Free Bezahlt ab Selbst hosten
Airtable ja 20 $/Nutzer/Monat (Team, jährlich), 45 $ (Business) nein
SeaTable bis 10.000 Zeilen, 2 GB 7 €/Nutzer/Monat (Plus), 14 € (Enterprise) ja, Enterprise-Lizenz
Baserow 3.000 Zeilen, 2 GB 10 $/Nutzer/Monat jährlich (Premium), 18 $ (Advanced) ja, Open Source
NocoDB bis 3 Editor-Plätze 12 $/Nutzer/Monat jährlich (Plus), 24 $ (Business) ja, Community Edition kostenlos

Alle Preise von den Hersteller-Preisseiten, abgerufen im September 2026. Preise ändern sich — prüfe sie vor dem Abschluss noch einmal selbst.

Der Sprung springt ins Auge: SeaTable Plus kostet bei 7 € rund ein Drittel von Airtable Team. Bei drei Nutzern sind das über ein Jahr grob 250 € Unterschied.


SeaTable — die pragmatische Wahl für DACH

SeaTable kommt von einem deutschen Unternehmen und ist auf den deutschsprachigen Markt zugeschnitten: Oberfläche auf Deutsch, Support auf Deutsch, AVV auf Deutsch. Das klingt banal, spart aber genau die Reibung, die einen Tool-Wechsel sonst scheitern lässt.

Tarife (Stand September 2026): Free mit bis zu 10.000 Zeilen und 2 GB Speicher, Plus für 7 €/Nutzer/Monat mit bis zu 50.000 Zeilen und 50 GB, Enterprise für 14 €/Nutzer/Monat mit unbegrenzten Zeilen und 100 GB. Für größere Setups gibt es eine Dedicated-Cloud- und eine Enterprise-Lizenz zum Selbsthosten.

Stark, wenn: du aus Airtable kommst und eine Oberfläche willst, die sich vertraut anfühlt; du deutschsprachigen Support brauchst; du unter 50.000 Zeilen bleibst.

Schwach, wenn: du ein sehr großes Automations-Ökosystem brauchst. Die Integrationslandschaft ist kleiner als bei Airtable — vieles löst du über Make oder n8n per API statt über fertige Konnektoren.


Baserow — Open Source aus Europa

Baserow ist Open Source und kommt aus den Niederlanden. Damit hast du zwei Optionen, und das ist der eigentliche Vorteil: die gehostete Cloud oder die selbst betriebene Instanz — mit denselben Kernfunktionen.

Tarife (Stand September 2026): Free mit 3.000 Zeilen und 2 GB pro Workspace, Premium 10 $/Nutzer/Monat im Jahresabo (12 $ monatlich) mit 50.000 Zeilen und 20 GB, Advanced 18 $ jährlich (22 $ monatlich) mit 250.000 Zeilen und 100 GB. Enterprise auf Anfrage. Die selbst gehostete Version ist in der Basis kostenlos.

Stark, wenn: du technisch genug bist, um später auf Selbsthosting umzusteigen, ohne das Tool zu wechseln. Diese Ausstiegsoption ist bares Geld wert, wenn ein Kunde irgendwann „auf unserem Server" verlangt.

Schwach, wenn: du gar nichts mit Docker zu tun haben willst und trotzdem den günstigsten Preis suchst — dann ist SeaTable schlicht billiger.


NocoDB — wenn du schon eine Datenbank hast

NocoDB ist der Sonderfall im Feld: Es legt eine Tabellen-Oberfläche über eine bestehende Datenbank (Postgres, MySQL). Wer schon eine Datenbank betreibt — etwa hinter einer Webanwendung — bekommt damit eine Airtable-artige Ansicht darauf, ohne die Daten irgendwohin zu kopieren. Aus Datenschutzsicht ist das die eleganteste Variante: Die Daten bleiben, wo sie sind.

Tarife (Stand September 2026): Free mit bis zu 3 Editor-Plätzen, Plus 12 $/Nutzer/Monat jährlich (15 $ monatlich), Business 24 $ jährlich (30 $ monatlich), Scale 45 $ jährlich (54 $ monatlich). Die Community Edition zum Selbsthosten ist kostenlos und in Zeilen und Speicher unbegrenzt.

Stark, wenn: du ohnehin eine Postgres-Datenbank hast und nur eine bedienbare Oberfläche brauchst.

Schwach, wenn: du von Null startest und ein fertiges Produkt willst. Dann ist der Einstieg steiler als bei SeaTable.


Der Teil, den die meisten Vergleiche weglassen: Der Wechsel macht dich nicht automatisch konform

Das ist der wichtigste Abschnitt dieses Artikels. Ein EU-Anbieter ist eine Erleichterung, kein Freibrief. Diese vier Dinge brauchst du unabhängig vom Tool:

  1. Einen AVV mit dem Anbieter. Auch bei einem deutschen Anbieter. Er wird nicht automatisch mit dem Abo abgeschlossen — such ihn im Konto oder fordere ihn an.
  2. Einen Eintrag im Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten. Welche Daten liegen in der Tabelle, zu welchem Zweck, wie lange?
  3. Eine Löschregel. Datenbanken dieser Art werden zu Datenfriedhöfen. Leg fest, wann Kundendatensätze gelöscht werden — und halte dich daran.
  4. Prüfung des tatsächlichen Serverstandorts. Ein europäischer Firmensitz bedeutet nicht zwingend, dass alle Server und alle Subdienstleister in der EU sitzen. Das steht im AVV beziehungsweise in der Subunternehmerliste — nicht auf der Marketingseite. Lies beides, bevor du migrierst.

Nichts davon ersetzt eine Rechtsberatung. Wir sind keine Anwälte; bei Gesundheits-, Finanz- oder Bewerberdaten lass es prüfen.


In 5 Schritten von Airtable weg

  1. Bestandsaufnahme. Welche Bases nutzt du wirklich? Erfahrungsgemäß sind die Hälfte Karteileichen — die migrierst du nicht, die archivierst du als CSV.
  2. Export. Airtable exportiert pro Tabelle als CSV. Achtung bei Anhängen: Die liegen als Links vor und müssen separat gesichert werden.
  3. Import und Feldtypen prüfen. Alle drei Alternativen importieren CSV. Der Import ist der einfache Teil — die Arbeit sind verknüpfte Datensätze und Formelfelder, die nicht 1:1 übersetzt werden.
  4. Automationen nachbauen. Airtable-Automationen wandern nicht mit. Plane das über Make oder n8n neu.
  5. Parallelbetrieb für 2 Wochen. Kündige Airtable erst danach. Wer sofort abschaltet, findet die fehlende Verknüpfung genau dann, wenn ein Kunde wartet.

Realistischer Aufwand für eine Einzelperson mit drei bis fünf aktiven Bases: ein halber bis ein ganzer Arbeitstag.


Für wen diese Alternativen NICHT geeignet sind


FAQ

Ist Airtable DSGVO-konform nutzbar? Der Einsatz ist bei abgeschlossenem AVV und gültiger Transfergrundlage möglich — die Verantwortung für die Dokumentation liegt aber bei dir als verantwortlicher Stelle. Ein EU-Anbieter reduziert diesen Aufwand, er ersetzt ihn nicht. Bei besonders sensiblen Daten (Gesundheit, Bewerber) hol dir rechtliche Prüfung.

Was ist die günstigste Airtable-Alternative? Rein nach Abopreis SeaTable Plus mit 7 €/Nutzer/Monat (Stand September 2026). Rein nach Gesamtkosten die selbst gehostete Community Edition von NocoDB oder Baserow — kostenlos in der Lizenz, aber mit Serverkosten und deiner Zeit als echtem Preis.

Kann ich meine Airtable-Automationen mitnehmen? Nein. Automationen sind produktspezifisch und müssen neu gebaut werden. Plane sie gleich außerhalb des Tools über eine Automatisierungsplattform — dann überlebt deine Automatisierung auch den nächsten Wechsel.


Quellen

Passend dazu

← Zurueck zur Startseite