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Synthesia vs. HeyGen: welches KI-Video-Tool für Selbstständige (2026)

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TL;DR — das Verdikt

Beide Tools machen dasselbe: Du tippst Text, ein KI-Avatar spricht ihn. Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern im Einsatzzweck.

Wenn du dich nicht entscheiden kannst: Beide haben einen kostenlosen Plan mit Wasserzeichen. Eine Stunde in beiden schlägt jeden Vergleichsartikel — auch diesen.

Und die unbequeme Vorbemerkung: Ein Avatar-Video ersetzt kein Gesicht. Für Vertrauensinhalte — Angebotsvideos, persönliche Nachrichten an Kunden — ist ein mittelmäßiges Handyvideo von dir selbst fast immer wirksamer als ein perfekter Avatar. Diese Tools lohnen sich da, wo du skalieren oder übersetzen willst, nicht da, wo du überzeugen musst.

Preise (Stand 20. September 2026)

Alle Angaben in US-Dollar, direkt von den Preisseiten der Anbieter. Beide rechnen in „Credits", aber nicht in derselben Einheit — dazu unten mehr.

Synthesia

Plan Monatlich Jährlich Credits/Monat Avatare Plätze
Basic 0 $ 0 $ 1.200 (bis 10 Min. Video) 9 1 Editor
Starter 29 $ 18 $/Mon. 1.200 (bis 10 Min. Video) 125+ 1 Editor + 3 Gäste
Creator 89 $ — 3.600 (bis 30 Min. Video) 180+ 1 Editor + 5 Gäste
Enterprise auf Anfrage auf Anfrage individuell 240+ und unbegrenzte eigene Avatare individuell

Der Basic-Plan setzt ein Wasserzeichen; ab Starter fällt es weg.

HeyGen

Plan Monatlich Jährlich Credits/Monat Max. Videolänge Auflösung
Free 0 $ 0 $ 3 Videos/Monat 1 Min. bis 1080p
Creator 29 $ 24 $/Mon. 600 30 Min. bis 1080p
Pro 49 $ — 1.000 30 Min. bis 4K
Business 149 $ + 20 $/Platz — 1.500 60 Min. bis 4K
Enterprise auf Anfrage — flexibel unbegrenzt bis 4K

Der Free-Plan setzt ein Wasserzeichen; ab Creator fällt es weg.

Warum hier kein Preis pro Minute steht

Synthesia nennt auf der Preisseite ausdrücklich, wie viel Video aus den Credits wird (1.200 Credits ≈ 10 Minuten). HeyGen nennt Credits und eine maximale Videolänge, aber keine Umrechnung — und der Verbrauch hängt dort von Avatar, Auflösung und Funktionen ab.

Jede Tabelle, die dir trotzdem „X Cent pro Minute" für beide vorrechnet, hat gerechnet, was die Anbieter nicht veröffentlichen. Wer die Kosten genau wissen muss, produziert im Gratisplan drei typische Videos und liest den Credit-Verbrauch im Konto ab. Das dauert 20 Minuten und schlägt jede Schätzung.

Wo die Tools sich wirklich unterscheiden

Eigener Avatar. Beide können einen Avatar von dir erstellen. Bei HeyGen ist das seit Langem ein Kernversprechen und auch in den mittleren Plänen präsent; bei Synthesia sind unbegrenzte persönliche Avatare laut Preisseite dem Enterprise-Plan zugeordnet. Wenn dein Gesicht im Video sein soll, ohne dass du jedes Mal drehst, ist das der wichtigste Einzelunterschied.

Auflösung. 4K bekommst du bei HeyGen ab dem Pro-Plan (49 $). Für Social-Media-Formate ist 1080p praktisch immer ausreichend — 4K zählt, wenn Material später beschnitten, gezoomt oder auf großen Bildschirmen gezeigt wird.

Plätze und Gäste. Synthesia rechnet in „1 Editor + Gäste" und ist damit auf Zusammenarbeit an denselben Videos ausgelegt (Fachabteilung schreibt, jemand produziert). HeyGen verkauft Plätze erst ab dem Business-Plan dazu, dafür ab dann klar bepreist mit 20 $ pro Platz.

Videolänge. HeyGen nennt harte Obergrenzen je Plan (1, 30, 60 Minuten). Bei Synthesia ist die Grenze faktisch dein Credit-Budget. Für Schulungsvideos über 30 Minuten lohnt der Blick auf diese Zeile, bevor du buchst.

Sprachen und Übersetzung. Das ist für viele der eigentliche Kaufgrund: ein Video einmal aufnehmen und in mehreren Sprachen ausgeben. Beide können das. Prüfe vor dem Kauf die konkreten Sprachen, die du brauchst — die Listen ändern sich häufig, und eine allgemeine Sprachanzahl sagt nichts darüber, ob dein Zielmarkt gut klingt.

Für wen sich welches rechnet

Nimm Synthesia, wenn du wiederkehrendes Wissen in Videoform brauchst: Einarbeitung, Produktschulung, interne Anleitungen, mehrsprachige Erklärstücke. Der Starter-Plan für 18 $ im Monat bei Jahreszahlung ist der günstigste seriöse Einstieg ohne Wasserzeichen, den die beiden Anbieter überhaupt anbieten.

Nimm HeyGen, wenn du Tempo und Varianten brauchst: viele kurze Clips, Werbevarianten desselben Skripts, dein eigener Avatar, 4K-Material zum Weiterschneiden.

Nimm beide Gratispläne, wenn du noch nicht weißt, ob KI-Video überhaupt in deinen Alltag passt. Das ist der ehrlichste Rat in diesem Artikel — und er kostet nichts.

Für wen KI-Video NICHT geeignet ist

Für Vertrauensmomente. Erstkontakt, Angebotsvorstellung, Entschuldigung an einen Kunden: Ein Avatar wirkt hier kühl, und wer es merkt, rechnet es dir negativ an. Nimm das Handy.

Für Nischen mit Fachpublikum, das Avatare erkennt. In Technik-, Medizin- und Kreativnischen ist die Toleranz gering. Ein Avatar signalisiert dort „automatisiert", nicht „professionell".

Für dich, wenn du kein fertiges Skript hast. Beide Tools sprechen deinen Text — sie schreiben ihn nicht gut. Wer schlechte Texte einspricht, bekommt schlechte Videos, nur schneller.

Für Einzelvideos. Für ein einziges Video im Jahr ist jedes Abo zu teuer. Dann lieber Gratisplan mit Wasserzeichen oder jemanden dafür bezahlen.

Rechtliches, das oft vergessen wird

Kennzeichnung. Wenn du mit KI erzeugte Personen zeigst, die echt wirken, gehört das in vielen Kontexten offengelegt — bei Werbung sowieso. Ein kurzer Hinweis im Video oder in der Beschreibung kostet nichts und erspart Diskussionen.

Eigener Avatar = biometrische Daten. Ein Avatar von deinem Gesicht und deiner Stimme ist eine Verarbeitung besonderer personenbezogener Daten. Bei dir selbst ist das deine Entscheidung; bei Mitarbeitenden oder Kunden brauchst du eine dokumentierte Einwilligung, die auch den Widerruf regelt.

Auftragsverarbeitung. Wer Videos mit Kundendaten im Skript erzeugt, braucht einen AV-Vertrag mit dem Anbieter. Beide sind US-Unternehmen — prüfe das, bevor interne Inhalte hochgehen. Wie man solche Anforderungen sauber gegen Tools prüft, zeigt unser Vergleich DSGVO-konformer Airtable-Alternativen.

FAQ

Kann ich mit dem Gratisplan schon etwas Brauchbares veröffentlichen?

Nein, beide setzen ein Wasserzeichen. Die Gratispläne sind zum Testen gedacht: Avatar-Qualität prüfen, Stimme in deiner Sprache hören, Credit-Verbrauch ablesen. Für Veröffentlichung brauchst du mindestens den Einstiegsplan (Synthesia Starter 29 $/Mon. bzw. 18 $ bei Jahreszahlung, HeyGen Creator 29 $/Mon. bzw. 24 $ jährlich, Stand September 2026).

Was ist günstiger?

Bei Monatszahlung kosten die Einstiegspläne beider Anbieter 29 $. Bei Jahreszahlung ist Synthesia Starter mit 18 $/Monat der niedrigere Preis. Ob das für dich günstiger ist, hängt am Verbrauch — und der ist bei HeyGen aus der Preisseite nicht ableitbar.

Werden meine Videos bei Google oder in KI-Antworten gefunden?

Das Tool entscheidet das nicht. Gefunden wird, was zu einer konkreten Frage eine konkrete Antwort gibt — bei Video genauso wie bei Text. Wie das 2026 funktioniert, steht in unserem Beitrag zu GEO statt SEO.

Kann ich später wechseln?

Ja, aber deine Avatare, Vorlagen und Projekte wandern nicht mit. Wer viele Vorlagen aufgebaut hat, sitzt faktisch fest. Deshalb lieber zwei Wochen testen als schnell ein Jahresabo buchen.

Quellen

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